Bericht zur Gründungsveranstaltung von Logo Deutschland in Frankfurt am Main am 29.11.2014

Logo Deutschland ist da!

Die InitiatorInnen von Logo Deutschland hatten für Samstag, den 29.November 2014, in das Hörsaalgebäude des alten Unicampus in Frankfurt am Main zur Gründungsveranstaltung von Logo Deutschland eingeladen.

Gründerversammlung Logo Deutschland

Bereits am Vorabend haben sich ca. 30 Kolleginnen und Kollegen zu einem Austausch im A&O Hostel an der Galluswarte eingefunden. Bei hervorragender Stimmung und mit viel Vorfreude konnte man sich kennenlernen und bereits erste Ideen besprechen. Fast 170 LogopädInnen und SprachtherapeutInnen sind schließlich am Samstagmorgen, z.T. mit mehr als vierstündiger Anfahrt, zur Gründung des neuen berufspolitischen Verbandes erschienen.

Gründerversammlung Logo Deutschland

Gruenderversammlung

Große Freude über zahlreich angereiste Kolleginnen und Kollegen

Die Veranstaltung begann pünktlich um 11 Uhr mit der Eröffnung der Gründungssitzung durch die Versammlungsleiterin Christiane Sautter-Müller, die auch im Namen der 8 weiteren InitiatorInnen ihre große Freude über das volle Plenum zum Ausdruck brachte.

Die Initiatoren

Frau Sautter-Müller erklärte, dass es Zeit ist, dass wir unsere Zukunft in die eigene Hand nehmen. Ein Reallohnverlust von etwa 30% in den letzten 10 Jahren führt dazu, dass logopädische Praxen nicht mehr in der Lage sind wirtschaftlich zu arbeiten. Dies führe unweigerlich in die Altersarmut und zur Gefährdung der Versorgungssicherheit der Patienten. Angestellten LogopädInnen und SprachtherapeutInnen können keine angemessenen Gehälter gezahlt werden, weil die Kassensätze dies nicht zulassen.

LogopädInnen und SprachtherapeutInnen leisten eine qualitätsvolle Arbeit. Diese Qualität muss sich auch in den Vergütungen unserer Leistungen widerspiegeln.

Wir müssen gemeinsam Ziele und Strategien entwickeln, um in Kassenverhandlungen angemessene Abschlüsse zu erreichen.

Frau Sautter-Müller

Um der Größe der Veranstaltung gerecht zu werden, wurde Peter Bauer vom „Bauer Plus Team“ aus Speyer mit der professionellen Moderation der Sitzung beauftragt. Um die erste Abstimmung über die Protokollführung ordnungsgemäß durchführen zu können, war die erste Aufgabe für Herrn Bauer die Zählung der Anwesenden. 168 Kolleginnen und Kollegen bestimmten (mit zwei Enthaltungen, ohne Gegenstimmen) schließlich Petra Krätsch-Sievert zur Protokollführerin für das Gründungsprotokoll.

Peter Bauer

Darauf folgte die Abstimmung über die Tagesordnung, die ohne Ergänzungen wie vorgeschlagen übernommen wurde.
Ziele unseres neuen Berufsverbandes

Auf Punkt drei der Tagesordnung sollte es um die Erläuterung der Ziele von Logo Deutschland gehen. Dies übernahm Rebecca Göbel mit einer mitreißenden von viel Applaus begleiteten Rede, in der sich viele Kolleginnen und Kollegen mit ihren täglichen Sorgen wiederfanden.

Rebecca Göbel

Applaus für Rebecca Göpel

Sie berichtete von Hausbesuchen, bei denen man finanziell drauflegt; von Absetzungen, die oft nicht gerechtfertigt sind; von drohender Altersarmut und der Unfähigkeit, Angestellte angemessen zu bezahlen, weil die Honorare der Kassen dies einfach nicht mehr zulassen.

„Wir brauchen neben einer angemessenen Vergütung auch deutlich bessere Bedingungen in den Rahmenverträgen. Wir können nicht darauf warten, dass uns die Krankenkassen Verträge vorgeben. Hier müssen wir schon vorher wissen, welche Richtung wir einschlagen wollen.

Wir können nicht länger für Fehler anderer haftbar gemacht werden und wir können auch nicht bettelnd im ärztlichen Wartezimmer stehen wegen einer falsch ausgefüllten Heilmittelverordnung!“

Rebecca Göbel benennt Lösungswege: wir brauchen professionelle Verhandler, nicht nur Juristen sondern auch Betriebswirtschaftler, wir müssen konsequent und geschlossen gegen Absetzungen vorgehen, wir müssen Abrechnungspositionen für den von uns geforderten bürokratischen Aufwand aushandeln, wir müssen uns in der Öffentlichkeit deutlich als unverzichtbare Profession im Gesundheitswesen positionieren und eine angemessene Vergütung einfordern.

Aus dem Plenum kam die Forderung, dass wir endlich aus der Ecke der Dienstleister heraustreten und auf Augenhöhe mit den Ärzten arbeiten. Allen ist klar, dass dafür ein langer Atem und entsprechend ausgelegte Strategien notwendig sind.

Eine wichtige Frage zu den Verhandlungen konnte Christiane Sautter-Müller klären. Hier gilt SGB V, § 125, Satz 2, der besagt: „Über die Einzelheiten der Versorgung mit Heilmitteln, über die Preise, deren Abrechnung und die Verpflichtung der Leistungserbringer zur Fortbildung schließen die Krankenkassen, ihre Landesverbände oder Arbeitsgemeinschaften Verträge mit Leistungserbringern oder Verbänden oder sonstigen Zusammenschlüssen der Leistungserbringer; die vereinbarten Preise sind Höchstpreise.“

Das bedeutet, dass Logo Deutschland als Zusammenschluss der Heilmittelerbringer nicht von Verhandlungen ausgeschlossen werden darf. Es bedeutet auch, dass die mit einem Verband geschlossenen Preise Höchstpreise sind, es aber durchaus möglich ist, andere Leistungen zu vergüten. Man könnte also beispielsweise Abrechnungspositionen für Berichte oder Beratungsleistungen verhandeln.

Frau Sautter-Müller bemerkt auch, dass Vorsicht bei dem Begriff „Ost-West-Angleich“ geboten ist! Denn dieser impliziert, dass die Preise in den alten Bundesländern in Ordnung seien. Dies ist aber eindeutig nicht der Fall!

Diethild Remmert gab einen Ausblick auf anstehende Termine:
Bereits am 01.12.2014 nehmen Diethild Remmert und Christiane Sautter-Müller einen Termin mit Josef Hecken, dem Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschuss in Berlin wahr. (siehe Bericht auf der Homepage) Im Januar und Februar folgen Termine mit den Staatssekretärinnen im Gesundheitsministerium Frau Widmann-Mauz und Frau Fischbach. Hier wird es noch einmal um die von der Kollegin Christiane Schrick eingebrachte Petition gehen.

Gründerversammlung Logo Deutschland

Der Kollege Gunderlach-Binner, der sich bereits seit Jahren mit dem Thema Wirtschaftlichkeitsgutachten beschäftigt, fragte danach, welche Priorität ein solches Gutachten bei Logo Deutschland habe. Hierzu erläuterte Petra Krätsch-Sievert, dass das Ziel sein sollte, das der Staat für uns, ebenso wie für die Hebammen, ein solches Gutachten erstellt.

Gunderlach-Binner

Der Tagesordnungspunkt vier stellte die Wünsche der anwesenden Kolleginnen und Kollegen in den Mittelpunkt. Was wollen wir zusammen als Berufsverband erreichen? Sie wurden gebeten, ihre Ideen für Logo Deutschland aufzuschreiben. Die vielen Zettel wurden eingesammelt und den einzelnen Aufgabenbereichen des Vorstandes zugeordnet.

Die Geburtsstunde von Logo Deutschland

Damit ging es direkt zum wichtigsten Tagesordnungspunkt: der Abstimmung der Satzung und damit der eigentlichen Vereinsgründung!

Petra Krätsch-Sievert berichtete über die Entstehung der Satzung, die mehrmals modifiziert wurde. Sie wurde abschließend von einem beratenden Anwalt vom Verein Deutsches Ehrenamt geprüft und letzte Änderungen wurden vorgenommen.

Petra Kraetsch-Sievert stellt die Satzung vor

Wichtige Punkte der Satzung wurden von den Anwesenden nachgefragt, diskutiert und, wenn es nötig war, wurde abgestimmt, ob ein Passus verändert werden soll.

In der Satzung, die zum Nachlesen auf der Homepage eingestellt ist, ist der Aufbau regionaler Strukturen festgelegt.

Die Abstimmung über die Begrenzung der Wiederwahl für Vorstandsposten ergab, dass die Anwesenden keine Begrenzung in der Satzung festschreiben wollen. In einer weiteren Abstimmung wurde eine dreijährige Amtszeit wie vorgeschlagen angenommen.

Für viele Kolleginnen und Kollegen war vor allem der Punkt Briefwahl wichtig. Diese ist in der Satzung festgeschrieben.

Einige Nachfragen betrafen die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung und die nötige Stimmenmehrheit bei Satzungsänderungen.

Schließlich wurde die endgültige Fassung der Satzung noch einmal per Email an alle versandt bzw. als Papierversion ausgegeben, so dass jeder über die Satzung in deren voller Kenntnis abstimmen konnte.
Die Satzung wurde von 162 anwesenden LogopädInnen und SprachtherapeutInnen angenommen, die damit zugleich Gründungsmitglieder von Logo Deutschland sind.

Ein Moment der mit großer Freude und viel Applaus gewürdigt wurde!

Satzung wird angenommen

Die Satzung sieht vor, dass den sieben Vorstandsmitgliedern Arbeitsausschüsse an die Seite gestellt werden. Mit der Bitte sich in der nun anschließenden Mittagspause über eine Teilnahme Gedanken zu machen, wurden die Mitglieder zu einem kleinen Imbiss und einer Tasse Kaffee eingeladen.

Der Verband wird lebendig

Gestärkt ging es nun in den zweiten Teil der Sitzung, der mit der Abstimmung über die Beitragsordnung begann, die von Michael Jochem vorgestellt wurde.

Michael Jochem

Es gab einige Stimmen unter den Anwesenden, die gerne einen höheren Beitrag gezahlt hätten, quasi als Anschubhilfe für Logo Deutschland. Dagegen stand die Befürchtung, dass dies nicht für alle Praxisinhaber zu leisten sein könnte. Die Kollegin Karin Nowak hat sich kurz nach der Veranstaltung bei uns gemeldet und den Vorschlag gemacht, dass Praxisinhaber den Beitrag für die Fördermitgliedschaft ihrer Angestellten übernehmen könnten. So würde der Verband gleichzeitig auch mehr Mitglieder bekommen.

Die Gründungsmitglieder haben die Beitragsordnung angenommen (4 Enthaltungen, keine Gegenstimmen).
Ein weiterer wichtiger Punkt auf der Tagesordnung war die Wahl des Vorstandes für Logo Deutschland durch die Gründungsmitglieder.

Dazu wurde Anne Zöllner einstimmig zur Wahlleiterin bestimmt.

Anne Zöllner

Zur Wahl standen:

Diethild Remmert für das Ressort Politik und Lobbyarbeit,
Christiane Sautter-Müller für das Ressort Zukunft und Perspektiven,
Petra Krätsch-Sievert für das Ressort Struktur und Demokratie,
Michael Jochem für das Ressort Finanzen und Kooperationen,
Rebecca Göbel für das Ressort Verhandlungen und Strategie,
Conni Utrata für das Ressort Regionalgruppen und Mitgliedergewinnung,
Steffi Kuhrt für das Ressort Organisation und Kommunikation.

Alle sieben Vorstände sind ohne Gegenstimmen gewählt worden und haben die Wahl angenommen.

Vorstand Logo Deutschland

Daran schloss sich die Wahl der Ausschussmitglieder für die jeweiligen Ressorts an, die en bloc einstimmig gewählt wurden. Eine sehr große Überraschung war für die InitiatorInnen, dass sich sofort alle Ausschüsse mit interessierten Mitgliedern füllten, die ihr Wissen und ihr Engagement für Logo Deutschland einsetzen wollen. Das ist großartig! Auch in den Tagen nach der Veranstaltung haben sich noch einige Kolleginnen gemeldet, die leider nicht vor Ort sein konnten, aber dennoch gerne in einem Ausschuss mitarbeiten wollen. Diese Angebote nehmen wir natürlich sehr gerne an.

Folgende Kolleginnen und Kollegen wurden in die Ausschüsse gewählt:

Politik und Lobbyarbeit: Barbara Flohr, Hansjörg Tarantik, Bettina Paris, Carmen Göbel-Bettermann

Zukunft und Perspektiven: Martin Weyer, Vanessa Bartelt, Annette Mehwald, Nadine Fries, Claudia Osthues-Krebs, Regina Zeltner

Struktur und Demokratie: Anne Zöllner, Belinda Barth, Ralf Karkowski, Andreas Schwarz, Ute Hartmann-Häßler,

Finanzen und Kooperationen: Martin Kuhn, Daniela Klammes, Gerhild Schwarz, Michaela Brück

Verhandlungen und Strategie: Cordula Frenken, Cornelia Vink, Susanne Schober, Ariane Klinkemer, Dagmar Stilz,

Regionalgruppen und Mitgliedergewinnung: Paulus Nöfer, Christian Welk, Silke Lorf, Ursula Röder, Uta Burgdorf, Alexandra Köhler

Organisation und Kommunikation: Peter Hallermann, Andrea Gütinger, Karin Kohl, Petra Martin,

Hinzu kommen Claudia Schönborn, Daniela Klapdor-Dißmann, Dagmar E. Martin.

Diese Kolleginnen sind bis zu ihrer Bestätigung auf der nächsten Mitgliederversammlung kommissarische Mitglieder der Ausschüsse.

Ausschussmitglieder LOGO Deutschlandd

Es geht sofort an die Arbeit!

Zum Ende der Gründungsveranstaltung gab Christiane Sautter-Müller einen Ausblick auf die kommenden Vorhaben von Logo Deutschland. Neben den Terminen bei Herrn Hecken, Frau Fischbach und Frau Widmann-Mauz, ist ein weiterer wichtiger Termin für das letzte Januarwochenende 2015 geplant. Wir werden an der Messe Thera Pro in Stuttgart teilnehmen und haben dort die Chance, uns bei den Ärzteverbänden, den Verbänden anderer Heilmittelerbringer, Patientenverbänden, Verlagen und Anbietern medizinischen Bedarfs vorzustellen und Kontakte zu knüpfen. Hier dürfen sich interessierte Kolleginnen und Kollegen gerne zum Standdienst bei uns melden.

Durch Rebecca Göbel Logo Deutschland bereits im VIFF (Vereinigung für interdisziplinäre Frühförderung e.V.) in Hessen vertreten. Christiane Sautter-Müller steht im Kontakt mit dem Netzwerk Sprache in Baden-Württemberg, in dem wir uns in Zukunft einbringen wollen.

Aus dem Bayrischen Staatsministerium gibt es Signale in Richtung Direktzugang zur Therapie. Hier sollten wir ins Gespräch kommen.

Das wichtigste Vorhaben ist aber, dass Logo Deutschland an den Verhandlungstisch geht.

Hierfür ist eine große Mitgliederzahl enorm vorteilhaft. Deshalb hoffen wir, dass alle Gründungsmitglieder es schaffen, die Aufbruchstimmung aus Frankfurt in die Logopädenwelt zu tragen und viele Kolleginnen und Kollegen für Logo Deutschland zu begeistern.

Impressionen

Christiane Sautter-Müller dankte allen Anwesenden für Ihre tolle Mitarbeit und die wunderbare Stimmung und Herrn Bauer für die professionelle und unaufgeregte Moderation der Veranstaltung. Unser Dank gilt auch den vielen Sponsoren, die geholfen haben, diesen Tag zu ermöglichen!

Abschluss der Gründerversammlung

Pünktlich um 16.00 Uhr endete die Veranstaltung mit einem von Peter Bauer improvisierten Ausklang, der die euphorische Stimmung der Anwesenden gut widerspiegelte.

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