BERICHTSVORLAGE- der Ärger geht weiter!

Viele Therapeut*innen waren froh, eine Vergütung für den Bericht und eine Strukturvorlage zu erhalten. Diese ist allerdings, analog zur Vergütung, qualitativ-inhaltlich so rudimentär ausgefallen, dass man diese nur als Witz bezeichnen kann.
UNGLAUBWÜRDIG:
Gleichzeitig mit der Zustimmung zu einer solchen Vorlage wird die grundständige Akademisierung unserer Berufe gefordert. Ein Studium erfordert das Ausfüllen jedenfalls nicht… lediglich der Preis ist in Ordnung.
Nicht nur Logopäd*innen, auch Arztpraxen liefen Sturm: Letztere erfuhren erst durch Therapeut*innen von den vertraglichen Neuerungen. Die meisten Verordner*innen wollen allerdings mehr an Informationen, als auf dem Vordruck angegeben werden können – das zeigt der Brief einer Kinderarztpraxis an Mitglieder von uns deutlich auf: Wenn nicht wie gehabt berichtet wird, ist die Weiterverordnung infrage gestellt (Bild).
Auch die KBV (Kassenärztliche Bundesvereinigung) war und ist verschnupft: Normalerweise hätte sie in die Erstellung neuer Formulare eingebunden werden müssen; das wurde ignoriert.
Zudem ist bis heute eine am Tag des Schiedsspruchs (15.03.2021) vereinbarte Änderung nicht erfolgt: Das Wort “Begründung” sollte gegen das Wort “Therapieverlauf” ausgetauscht werden. Dies hatte ein Berufsverband abgelehnt, der zu Recht die Abwertung des “großen Berichts” fürchtet.
Allerdings ist dieser seitens der Ärzteschaft nicht gewollt: Die Budgetierung der teuren Maßnahme scheint bedrohlich, und angesichts der kommenden Blankoverordnung ist eine Sonderposition “großer Bericht” auch nicht sinnvoll.
Wieder mal sitzen die Praxisinhabenden am kürzeren Hebel. Entweder schreiben sie mehr als laut Vordruck gefordert ist, oder ihre Patient*innen laufen Gefahr, keine weitere Verordnung mehr zu erhalten. Bürokratieabbau und die Verbesserung der interdisziplinäre Kommunikation sehen anders aus!
Deshalb haben wir heute den GKV-Spitzenverband und die KBV gebeten, im Sinne der Betroffenen eine schnellstmögliche Regelung zu treffen.
Zudem haben wir das BMG erneut aufgefordert, den Vertrag auf Rechtskonformität zu prüfen: Nicht nur die Berichtsregelung missachtet die Heilmittelrichtlinie, die laut § 125 SGB V in den bundesweiten Verträgen beachtet werden muss.
Fazit: LOGO Deutschland klagt gegen den Schiedsspruch – auch in diesem Punkt!

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