Diethild Remmert im Gespräch mit Dr. Theo Windhorst

Am vergangenen Montag, den 18.4., traf Vorstandsmitglied Diethild Remmert in der Geschäftsstelle der Ärztekammer Westfalen-Lippe in Münster den Präsidenten Dr. Theo Windhorst sowie den ärztlichen Geschäftsführer Dr. Markus Wenning.

DR bei Dr.Theo Windhorst

Der Kammerpräsident gilt als Hardliner in Sachen Direktzugang, und das war auch das Hauptgesprächsthema. Windhorst positionierte sich klar: das Bestreben nach Substition, welches nicht nur die Logopäden, sondern auch die Physiotherapeuten und die akademische Pflege habe, sei Kannibalismus am Arzt und mache den Beruf uninteressant.

Schweizer Studien, die besagen, dass dort die Zufriedenheit der Ärzte bei flacheren Hierarchien höher ist als in Deutschland, seien ihm bekannt. Eine beginnende veränderte Geschlechterverteilung bei angehenden Medizinern und die allgemeine Haltung junger Akademiker weist Umfragen zu Folge auf eine veränderte Haltung zur „Work-Life-Balance“ hin. Die Bereitschaft, den Beruf in den absoluten Lebensmittelpunkt zu stellen und, ähnlich dem früheren Hausarztmodell, rund um die Uhr für ihre Patienten da zu sein, ist kaum noch vorhanden.

Diesen Argumenten schloss sich Dr. Windhorst nicht an. Er sehe es als erforderlich an, dass diese Generation erst einmal arbeiten müsse, um sich dann aus der Erfahrung heraus zu positionieren.

Wenn schon der Direktzugang, dann auch mit voller (Kosten-)Verantwortlichkeit. Gefragt, ob denn die Therapeuten auch bereit seinen, Budgetverantwortung zu übernehmen, bejahte Diethild Remmert. Sie wies zudem auf die anerkannte Kompetenz zur Befunderhebung hin, die sich in einer separaten Abrechnungsposition niederschlägt. Ebenso machte sie auf die unzureichende Differenzierung von Sprachförderung zur Sprachtherapie aufmerksam, die oft genug dazu führt, dass Kindern notwendige Therapie vorenthalten wird.

Der angesprochene Kompromiss eines begrenzten Direktzuganges für eine ausführliche Diagnostik mit anschließender Empfehlung, ob eine Therapie erforderlich sei oder nicht, lehnte er mit dem Hinweis auf differierende Kostenverantwortlichkeiten ab. Solch ein Procedere führe zudem zwangsläufig zu Differenzen zwischen Therapeuten und Ärzten, die einer Empfehlung nicht folgen möchten.

Dr. Wennig fragte nach, was LOGO Deutschland von der Möglichkeit halte, dies einmal in einem Modellprojekt zu erproben, in dem Kinder im Rahmen der U8 mir vier Jahren eine logopädische Diagnostik erhalten würden. Diesem gegenüber wären wir ebenso aufgeschlossen wie Modellprojekten im Bereich der logopädischen Versorgung nach Schlaganfall, v.a. den Bereich der Dysphagie betreffend, war die Antwort der Vorsitzenden.

Dr. Windhorst lud LOGO Deutschland ein, wiederzukommen. Die Logopäden seien nicht sehr präsent, und Präsenz sei nunmal erforderlich, wenn man mitreden möchte. Dieser Einladung werden wir zur gegebenen Zeit gerne folgen.

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