Für die Heilmittelbranche bleibt die Grundlohnsumme weiter bestehen

In seiner Sitzung am 2.12.2015 hat der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages entschieden, dass die Heilmittel weiterhin an die Grundlohnsumme gebunden bleiben. Die Initiative des Abgeordneten Dr. Roy Kühne, CDU, auch die Heilmittelerbringer hiervon abzukoppeln, war nicht erfolgreich. Damit müssen wir weiterhin eine Ungleichbehandlung im System hinnehmen: denn schon seit geraumer Zeit sind die Ärzte nicht mehr an die Grundlohnsumme gebunden. Aber immer noch glauben viele Politiker, dass die Finanzen des Gesundheitssystems aus dem Ruder laufen würden, wenn die kleine Gruppe der Heilmittelerbringer frei mit den Krankenkassen verhandeln könnte. Sie sehen die Beitragssatzstabilität im System der gesetzlichen Krankenversicherungen gefährdet. Wir LogopädInnen machen vom gesamten Ausgabekuchen nur 0,3% aus, die Heilmittelerbringer zusammen ca. 2,7%.

Um dies zu ändern, haben wir alle die Aufgabe, über die Logopädie und unsere wirtschaftliche Situation aufzuklären. Alle Mitglieder von LOGO Deutschland sollten deshalb die Bundestagsabgeordneten ihres Wohnortes in den Bürgersprechstunden besuchen oder in ihre Praxen einladen, um über unseren Beruf und unsere Probleme zu berichten.

 

Zu den Hintergründen:

Die Anbindung an die Grundlohnsumme ist für die Kassen ein wichtiges Argument für eine Obergrenze in den Vergütungsverhandlungen, obwohl theoretisch schon Verträge darüber hinaus geschlossen werden könnten. Denn seit wenigen Jahren ist die sogenannte Vorlagepflicht für neue Verträge bei den Aufsichtsbehörden entfallen. Politisch gesehen wäre der Wegfall der Grundlohnsummenanbindung ein wichtiges Signal gewesen, um diesem Argument endlich entgegen treten zu können.

Die SPD hat den Vorstoß von Roy Kühne, die Abkopplung festzuschreiben, leider nicht mitgetragen. Ihr Argument: im Versorgungsstärkungsgesetz (VSG) wurde eine Nivellierung der Kassensätze im Heilmittelbereich bis zum Jahr 2021 (mit einem jährlichen Zusatzvolumen von 80 Mio. €) festgeschrieben. Auf die sich hier einstellenden positiven Effekte will sie erst einmal warten.

Durch das VSG sind aber keine nennenswerten Anhebungen unserer Vergütungssätze möglich, denn die veranschlagten 400 Mio. Mehrausgaben durch die Effekte des VSG verteilen sich auf 5 Jahre. Davon entfallen 10% auf die Logopädie. Das ergibt eine Steigerung des jährlichen Gesamtvolumens um 8 Mio. € und entspricht einer prozentualen Steigerung von ca. 1,2% für unseren Bereich.

Profitieren werden zunächst die am schlechtesten vergüteten Kassenbezirke. Dies ist zwar fällig, ändert aber nicht grundlegend unsere schlechte wirtschaftliche Situation.

Es gibt eine Möglichkeit, dies zu ändern: LOGO Deutschland macht Lobbyarbeit und Sie besuchen ihre Abgeordneten vor Ort, um die Notwendigkeit einer Veränderung deutlich zu machen. Informationen hierzu finden Sie auf der Homepage!

 

Diethild Remmert, Petra Krätsch-Sievert

 

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