Hendrik Flöting

Mein Name ist Hendrik Flöting.
Ich betreibe eine kleine logopädische Praxis in Fulda ohne Angestellte. Bis vor einigen Jahren im Rahmen einer GbR mehrere Praxen in Berlin. Eine wirtschaftlich tragbare Preisgestaltung ist für mich einfach und für alle Praxen schwierig zugleich. Ich selbst lebe recht reduziert, kein Neuwagen, keine Urlaube jenseits von Camping, kein Eigentum, Geld ist nicht zum Sparen da, sondern ein durchlaufender Posten um den Alltag zu finanzieren, keine Altersvorsorge… Mit rund 60€/ 45min komme ich “über die Runden”. Oder wie ehemals ein HNO-Dozent meinte: “Aber eine Familie können Sie damit nicht ernähren.”
Mit Angestellten sind im Rahmen des unternehmerischen Risikos größere Reserven nötig, Gewerbe- und auch private Mieten in Stadtzentren und Großstädten sind oft erheblich teurer, ohne dies in der Preisgestaltung abbilden zu können. Es gibt Werte für durchschnittliche Haushaltseinkommen, Wirtschaftlichkeitsprognosen für mittelständige Betriebe, höchst unterschiedliche persönliche monetäre Bedürfnisse und individuelle Vorstellungen bis zu wieviel Therapieeinheiten pro Woche/Monat dauerhaft qualitativ und menschlich, gesundheitlich sinnvoll sind.
Manche Praxen zeigen ein Klientenspektrum mit Schwerpunkt Kinder und Jugendliche, mit vielen Fehlzeiten in den Ferien, andere Praxen sind “erwachsenenlastig”. Auch gibt es KollegInnen die organisatorische und verwaltende Nebenarbeiten bezahlt abgeben, wollend oder müssend, andere leisten diese selbst. Hier eine ausgewogene einheitliche Preisgestaltung mit dem Verwaltungsapperat der Krankenkassen zu finden halte ich für eine Sisyphosaufgabe, zeigt sich ja auch regelmäßig. Ich erwarte mir noch im Rahmen meiner Lebensarbeitszeit eine Art Ermöglichungsbezahlung, bin ja Idealist…

Kommentarfunktion ist ausgeschaltet.