LOGO Deutschland bei NRW-Minister Laumann

Am Donnerstag, den 14.6.2018 besuchten die LOGO Deutschland-Vorsitzende Diethild Remmert und Mitglied/Gutachtenmitautorin Susanne Schneider den Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales in NRW Karl-Josef Laumann. Mit im Gespräch waren: Stephan Erkelenz, (Büroleiter des Ministerbüros), Barbara Koll-Hanst (MAGS: Abteilung GKV), Frau Dr. Christine Riesner (MAGS: Leiterin Abteilung Akademisierung Gesundheitsfachberufe) und Angela Frankenhauser; Fraktionsreferentin für Arbeit, Gesundheit, Soziales und Frauen.

Das Gutachten LOTSE (Logopädie und Selbständigkeit) wurde vorgestellt. Inhaltlich war – aus Sicht von Karl-Josef Laumann – die unbestritten unzureichende Vergütung das erste Thema: Vor dem Hintergrund des von Dr. Roy Kühne vorgelegten „Sofortprogramm Therapieberufe“ informierten wir darüber, dass unsere Forderungen, deren Grundlage im Gutachten beschrieben ist, bei den Kassenverhandlungen bei Weitem nicht durchsetzbar gewesen seien und, nach Nordrhein, auch in Sachsen noch ein Schiedsverfahren laufe. Ohne das Heil- und Hilfsmittelversorgungsstärkungsgesetz (HHVG)  und die Abkopplung von der Grundlohnsumme (GLS) wären die aktuell erfolgten Anhebungen nicht realisierbar gewesen. Wir wiesen auch darauf hin, dass es fast überall zu Verzögerungen kam und von daher die viel gepriesenen 30 % letzendlich durch teilweise Nullrunden wieder relativiert worden seien.

Laumann verwahrt sich grundsätzlich gegen staatlich regulierte Preise: Verhandlungen seien Aufgabe der Verbände, da müsse man sich eben gut aufstellen, er teilt aber unsere Ansicht, dass die GLS zur Unterstützung weiterhin abgekoppelt bleiben muss.

Minister Laumann fragte nach, wie teuer eine Logopädieausbildung und wie hoch der Verdienst im Anschluss sei. „Ohne Sie geht es doch nicht! Schließen Sie ihre Praxen mal für drei Wochen und machen Sie Druck!” war ein spontaner Kommentar, nachdem er die Höhe der durchschnittlichen Gehälter von Angestellten in Freien Praxen erfuhr und zu welchen Konditionen Praxisinhaberinnen arbeiten. Es sei eine Schande, dass angehende Therapeutinnen sich vor diesem Hintergrund auch noch selbst finanzieren müssen, deshalb schaffe er das Schulgeld ab!

Aus diesem Grund sind aktuell die Anmeldezahlen zur Logopädieausbildung (und vermutlich nicht nur hier) sehr gering – InteressentInnen warten ab! Minister Laumann: „Deshalb werden in NRW noch in diesem Jahr 15 Mio € eingesetzt, und im kommenden Jahr 30 Mio €!“

 

Die Novellierung der Berufsgesetze sollte durch eine AG der Gesundheitsministerkonferenz begleitet werden. Der Entwurf von dba, dbl und dbs liegt dort vor, LOGO Deutschland unterstützt diesen inhaltlich. Minister Laumann machte hier deutlich, dass nicht jeder Gesundheitsfachberuf akademisch ausgebildet werden muss, hört aber sehr wohl zu und erkennt an, dass man die Akademisierung in den Therapieberufen getrennt betrachten muss: Die Besonderheiten in der Logopädie – wie die Tatsache, dass deutlich über 90 % aller im Bereich der Logopädie Tätigen die Fachhochschulreife haben, dass inhaltlich eine Untrennbarkeit von Befund und Therapie besteht und dass rund 2/3 aller Selbständigen in ihren Praxen allein oder mit maximal 1-2 Teilzeit-Angestellten (hier sind übrigens Reinigungs- und Bürokräfte mit erfasst) arbeiten und somit insbesondere die ländliche Versorgung sichern – waren ihm im Detail so nicht bekannt.

Dass einerseits die inhaltlichen Anforderungen an die Logopädie steigen – Stichwort Professionalisierung – andererseits aber nur nach reiner Delegation durch die Ärzte gearbeitet werden darf, hält Laumann für unsinnig. Allerdings sieht er in absehbarer Zeit keine Chance für einen Direktzugang und fordert auf, die Blankoverordnung umzusetzen. Die Modellskizze, die LOGO Deutschland bereits im vergangenen Sommmer vorgelegt hat, nahm er dankend an. Er werde die Umsetzung unterstützen und bejaht die aus unserer Sicht vorgetragene bürokratische Entlastung, die mit der Blankoverordnung auf beiden Seiten zu erzielen wäre.

Wir bedanken uns für das einstündige Gespräch und freuen uns darüber, dass der Minister eine klare und deutliche Unterstützung zugesagt hat!

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