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Vorstandsmitglied Christiane Sautter-Müller nahm an einer Podiumsdiskussion im „Forum Kindersprache“ zum Thema „ Sprachtherapie in der Kita – was bringt die Zukunft?“ teil, die 1. Vorsitzende Diethild Remmert war zu Gesprächen in Berlin unterwegs.

Im „Forum Kindersprache“ wurde mit rund 150 Anwesenden über die Bedingungen des frühen Spracherwerbs, Blick auf gesellschaftliche Veränderungen und dem Wunsch von Eltern nach Therapie in der Kita diskutiert.

Erschreckend war, dass die Begriffe Sprachförderung und Sprachtherapie nicht differenziert genutzt werden.

Über Unterschiede können Sie sich hier informieren: https://www.logo-deutschland.de/wp-content/uploads/2017_Druck_LD_Foerderung-Therapie.pdf

So kontrovers wie erwartet war die Diskussion bezüglich Therapie in der Kita allerdings nicht: Der größte Teil der anwesenden Logopäd*innen, sah diese Möglichkeit nicht als DIE Lösung der Zukunft an. Im Gegenteil: Die Befürchtungen von Qualitätsverlust aufgrund von – in der Regel – nicht vorhandenen Rahmenbedingungen entsprechend denen in einer Praxis, der fehlende Kontakt zu den Eltern und den Erfahrungen von Therapie in der Kita bei Kindern, denen ist jetzt schon gestartet ist (Paragraph 11 (2) Heilmittelrichtlinie), standen neben der Abwertung unseres Berufs und weiteren Aspekten ganz vorne.

Gelingende Therapie kann eigentlich nur über das Schweizer Modell erfolgreich umgesetzt werden. Das würde allerdings einen Umbau der vorhandenen Strukturen voraussetzen und ist derzeit nicht auf Deutschland zu übertragen.

Die Tatsache, dass Logopäd*innen in Baden Württemberg bereits in Kindertagesstätten arbeiten, hat nichts damit zu tun, dass sie dort Therapie erbringen dürfen: Aufgrund des Erzieher*innenmangels hat dort vor einiger Zeit eine Offensive zur Rekrutierung von Fachkräften stattgefunden. Vor allem die Bezahlung hat einige Kolleg*innen veranlasst, dass die Sparte zu wechseln – sie arbeiten jetzt als Erzieherin.

Der in der Diskussion geäußerte Annahme, dass die Heilmittelrichtlinie bereits jetzt schon ein Hintertürchen für die Therapie von Kindern mit einer USES (umschriebene Sprachentwicklungsstörung) in Einrichtungen bereit halte, widersprach unser Vorstandsmitglied vehement: Eine USES ist nicht zwangsläufig schwerwiegend und langfristig. Selbstständige dürfen nicht zum Vertragsbruch verführt werden – damit gefährden sie nicht nur ihre Zulassung, sondern auch ihre Existenz.

Es diskutierten: Professor Dr. Harald Bode, Leiter der Sektionen SPZ und Neuropädiatrie der Uniklinik Ulm,
Christiane Sautter-Müller, LOGO Deutschland (am Mikrofon), Sigrid Riedinger, Jugendamt Stuttgart, Dr. Andreas Weber, BW-Stiftung.
Moderation Dr. Henning Rosenkötter

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