LOGO Deutschland zu Besuch bei Claudia Lücking-Michel, MdB

 

Vorstandsmitglied Diethild Remmert sprach mit der Bundestagsabgeordneten über das Thema Ausbildung und Zukunftsaussichten Claudia Lücking Michel ist seit 2013 Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Bonn und Mitglied in den Ausschüssen Bildung, Forschung und Technologiefolgeabschätzung sowie wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Am 17. Juli traf Diethild Remmert, Vorstandsmitglied für Politik und Lobbyarbeit, Frau Lücking-Michel in ihrem Bonner Büro. Anlass war die, auch von anderen Verbänden geforderte, grundständige Akademisierung unseres Berufes – ein wichtiges bildungspolitisches Thema.

Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA) hat am 29. Mai 2015 die Ergebnisse der Evaluation der Modellstudiengänge in Berlin einem breiten Publikum vorgestellt. „Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Bewertung unterstreichen, dass wir mit den Studiengängen in den Pflege- und Gesundheitsberufen einen Zuwachs an Kompetenz erreichen, den wir angesichts der immer komplexer werdenden Anforderungen an die Versorgung dringend brauchen“, so Ministerin Steffens in einer Pressemitteilung. Sie kommt darin zu dem Schluss, dass Hochschulabschlüsse generell besser seien.

Das zweifeln wir von LD an, denn die Erfahrungen unserer Mitglieder in der Praxis spiegeln diese Auffassung nicht wieder. Die Qualifikation durch eine Fachschulausbildung ist, besonders wegen der praktischen Anteile, gut und der Qualifikation durch einen Bachelorabschluss mindestens ebenbürtig! Eine Teilung der therapeutischen Kompetenzen, wie sie vom dbs e.V. bereits offen formuliert wurde, ist für uns überhaupt nicht vorstellbar, denn: Diagnostik und Therapie kommen aus einer Hand und müssen in einer Hand bleiben! Das gilt für alle in unserem Berufsbild tätigen Kolleginnen und Kollegen.

Im Verlauf des Gesprächs mit der Abgeordneten Lücking-Michel entwickelte sie die Idee, dass man zum Erhalt der wertvollen praktischen Ausbildungsanteile anregen könnte, diese als eine Art duales Studium zu gestalten. Denn um Patienten qualitativ gut versorgen zu können, müssen neben umfassenden theoretischen Kenntnissen die therapeutisch-praktischen Fähigkeiten ebenso profund erworben werden. Und dafür erachten wir die Aufwertung des Staatsexamens als den besseren Weg. Wir werden dieses Thema weiterverfolgen, denn zum Thema praktische Ausbildung gibt es noch viele ungelöste Probleme. Hinzu kommt, dass bei der aktuellen DQR-Einstufung (Deutscher Qualitätsrahmen) des Berufsbilds Logopädie – ein vorwiegend von Frauen ausgeübter Beruf – schon heute zwischen Bachelor-Abschluss (DQR 6) und Staatsexamen (DQR 4) unterschieden wird. Dabei gibt es heute schon technische Berufe, in denen vorwiegend Männer tätig sind, die ohne Hochschulabschluss auf DQR6-Niveau eingestuft sind. Das ist ein nicht haltbarer Zustand, auf dessen Beseitigung wir politisch hinwirken werden.

Aber auch die Kolleginnen und Kollegen, die heute schon einen Bachelor in Logopädie vorweisen können, verdienen in den freien Praxen genauso wenig wie alle anderen. Die bessere Vergütung in der ambulanten Versorgung hängt nämlich nicht nur an der Qualifikation an sich! Zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation brauchen wir vielmehr politische Wahrnehmung und Unterstützung. Diese erreichen wir nur durch konsequente und persönlich gestaltete Aufmerksamkeit!

Frau Lücking-Michel bekräftigte, was wir Ihnen bereits im Newsletter zur Info-Broschüre ans Herz gelegt haben: Besuchen Sie ihre Bundestagsabgeordneten vor Ort! Erzählen Sie aus Ihrem beruflichen Alltag und schildern Sie die Bandbreite unserer Tätigkeit. Nur so werden wir wahrgenommen, denn nur persönliche Begegnungen bleiben im Gedächtnis.

Informationen dazu finden Sie hier auf der Homepage in der Rubrik des Ausschusses für Politik und Lobbyarbeit. Wenn Sie darüber hinaus Fragen haben, wenden Sie sich gerne direkt an Diethild Remmert: remmert@logo-deutschland.de

DR / PKS

 

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