Logopädie: Rechtzeitiger Abschluss in Gefahr

Die aktuellen Verhandlungen zwischen GKV-Spitzenverband und den Berufsverbänden drohen zu scheitern: dba, dbl und dbs stehen aktuell nicht mehr im Austausch mit LOGO Deutschland, und es gibt keine Verhandlungstermine mehr. Fragen drängen sich auf.

 

  • Stagnieren die Verhandlungen, weil die Logopädie-Verbände untereinander unterschiedliche Meinungen vertreten?

Im Rahmen der bisher erfolgten Verhandlungen haben andere Verbände manchmal Positionen formuliert, die LOGO Deutschland als Vertretung der Selbstständigen, die den zu schließenden Vertrag anerkennen müssen, für schädlich hält. Uns ist klar, dass die Vertretung vieler Angestellter in einem Verband andere Maßnahmen erfordert als die ausschließliche Vertretung von Praxisinhaberinnen und -inhabern, und das macht Verhandlungen nicht leicht. Dennoch haben diese bisher funktioniert!

 

  • Gibt es „Sonderverhandlungen“ an LOGO Deutschland vorbei?

Das Gesetz gibt vor, dass die maßgeblichen Verbände der Heilmittelbereiche jeweils gemeinsam einen bundesweiten Versorgungsvertrag verhandeln sollen. Ein uns vorliegender E-Mail-Verkehr zwischen den drei eingangs benannten Verbänden und dem GKV-Spitzenverband wirft diese Frage auf. Der Bitte von LOGO Deutschland, man möge den Stand kommunizieren, wurde jedenfalls bis heute nicht nachgekommen.

 

  • Werden die Verhandlungen mit Absicht hinausgezögert, um den Druck zu erhöhen?

Es bleiben noch vier Wochen, dann muss der Vertrag mit allen Anlagen stehen, um – bei LOGO Deutschland auch von den Mitgliedern – genehmigt, unterzeichnet und am Ende zum 01.01.2021 in Kraft zu treten. Ohne eine zügige Weiterverhandlung ist das nicht zu schaffen: Noch sind keine Preise vereinbart und zu viele Vertragspunkte ungeklärt. Fakt ist: LOGO Deutschland war in der Schlussphase auf Dauerarbeit eingestellt und hat jetzt weniger zu tun als zuvor. Das passt nicht zusammen.

 

Schiedsverfahren?

Die Verbände in der Physio- und Ergotherapie haben bereits ein Scheitern der Verhandlungen erklärt und Schiedsverfahren eingeleitet. Ein solches scheint auch in der Logopädie nun immer wahrscheinlicher zu werden. LOGO Deutschland wird weiterhin auf tragfähige Kompromisse hinarbeiten. Sollten dennoch unüberbrückbare Differenzen bestehen bleiben, dann ist es aus unserer Sicht allerdings dringend erforderlich, dass diese offenkundig werden: Ansonsten würde der Start eines Schiedsverfahrens nur verschleppt. Das wäre zum Nachteil aller Therapeutinnen und Therapeuten unserer Berufsgruppe.

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