Logopädie / Sprachtherapie in Einrichtungen zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV)

Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege,

zu o.g. Thema haben wir zwei Informationsschreiben erstellt (s. Anlagen). Wenn Sie gebeten werden, Therapien auch für Regelkinder in pädagogischen Einrichtungen zu erbringen, können Sie mit diesen Schreiben Einrichtungen, Eltern und Ärzte über den Sachstand informieren und die Vorteile aufzeigen, die eine Therapie in der Praxis mit sich bringt.

Die Schreiben beziehen sich auf den derzeitigen „IST-Zustand“ und gelten so lange, bis sich gesetzliche Vorgaben ändern.

Bitte beachten Sie: In manchen Bundesländern gibt es, meist regional begrenzt, noch Sprachheilbeauftragte, die andere Bedingungen haben. Im Raum Aachen ist in Zusammenarbeit mit dem öffentlichen Gesundheitsdienst ein Sonderkonstrukt entstanden, welches kassenfinanzierte Therapien in Einrichtung zu ganz bestimmten Konditionen in ganz bestimmten Fällen legal möglich macht. Die Inhalte der Schreiben gelten in diesen Fällen nicht in der vorliegenden Form. Wenn Sie den Eindruck haben, dass in Ihrer Nähe Besonderheiten gelten könnten, kontaktieren Sie uns gerne.

Darüber hinaus können Sie sich als Mitglied bei weiteren Fragen gerne per Mail an uns wenden: remmert@logo-deutschland.de

Bitte beachten Sie in Ihrem eigenen Interesse die bestehenden Verträge.

Bei Kenntnis von Fehlverhalten können die gesetzlichen Krankenkassen Verwarnungen aussprechen, die Vergütung für nicht legal erbrachte Therapien zurückverlangen und Vertragsstrafen in Höhe von bis zu 50.000 € aussprechen. Im Wiederholungsfall droht sogar der Verlust der Zulassung.

Viele, aber nicht alle Kassen, tun sich in diesem Bereich allerdings schwer mit der Ahndung von Vertragsverstößen. Und leider sind uns Einzelfälle bekannt, in denen sogar öffentliche Einrichtungen auf Grund von Unkenntnis der Sachlage ein nicht regelkonformes Vorgehen stützen oder einfordern! Das ist schade, als Verbandsvorstand können wir das aber nicht ändern, denn:

Ein Berufsverband kann keine Abmahnungen, keine Strafen oder Ähnliches aussprechen.

Sie müssen im Zweifelsfall selbst tätig werden. Scheuen Sie sich nicht, zu informieren. Dafür haben wir diese Schreiben erstellt. Wenn Sie sich gegen Praxen wehren wollen, die trotz Informationen weiterhin in großem Stil Regelkinder in Einrichtungen therapieren, hätten Sie noch die Möglichkeit, diese wegen Wettbewerbsverzerrung anzuzeigen. Ob Sie dies tun wollen, bleibt Ihnen überlassen.

Machen Sie den KollegInnen, die möglicherweise gegen die Auflagen verstoßen, klar, dass dies nicht nur unkollegial ist, sondern dass wir mit jeder Leistung, die wir außerhalb unserer Verpflichtungen und Auflagen unvergütet abgeben (wie z.B. die meist unbezahlten Fahrten zu Einrichtungen), unsere Glaubwürdigkeit als Gesprächspartner in der Politik und als Verhandler mit den Krankenkassen schwächen.

Unser erklärtes berufspolitisches Ziel ist eine bessere Vergütung unserer anspruchsvollen Tätigkeit. Wir können hierfür langfristig nur erfolgreich sein, wenn wir deutlich machen, dass wir nichts zu verschenken haben!
Mit kollegialen Grüßen für den Ausschuss Politik und Lobbyarbeit,

Diethild Remmert

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