Michaela Brück im Gespräch mit Peter Bleser, MdB

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am Freitag dem 12.02.2016 konnte ich einen Termin mit Herrn Bleser MdB bei einer guten Tasse Kaffee wahrnehmen. Die Vereinbarung des Termins konnte innerhalb von 3 Wochen umgesetzt werden.

 

In einem von mir sehr persönlich gehaltenen Gespräch konnte ich die Situation einer Logopädin auf dem Land gut darlegen. Zu Beginn des Gespräches berichtete mir Herr Bleser, dass wir mit Herrn Kühne inzwischen Gehör im Bundestag gefunden hätten, die Bretter die es dort zu bohren gäbe, jedoch sehr dick seien. Darüber hinaus äußerte er allerdings Unverständnis darüber, dass in den vergangenen Jahren die Zahl der niedergelassenen Logopäden stetig angestiegen sei. Außerdem sei die Pflicht zur Rentenversicherung ebenfalls von Vorteil. Als ich ihm dann erläuterte, dass diese Studie nicht aktuell sei und mit Sicherheit nicht die tatsächliche Situation widerspiegelt, war er sehr erstaunt. Auch die Tatsache, dass man aufgrund der niedrigen Vergütung der logopädischen Arbeit nach 45 Jahren Berufstätigkeit immer noch auf Aufstockung seiner Rente angewiesen sei, reagierte er verwundert.
Eine grundständige Akademisierung der Logopädie ließe die Kosten für Logopädie sicherlich exorbitant steigen, so Herr Bleser. Außerdem erwähnte er, dass inzwischen ja auch wesentlich mehr logopädische Maßnahmen durchgeführt würden. Darauf entgegnete ich ihm Folgendes: Man würde mit dieser Sichtweise sicherlich gut daran tun, an der Forschung in der Pharmakologie und bei der Weiterentwicklung der Medizin zu sparen. Denn was nutzt es, wenn ER als Patient eine Massenhirnblutung aufgrund neuer Behandlungsmethoden in der Medizin dies überlebe, aber mit deutlich eingeschränkter Lebensqualität, da kein Logopäde ihn per Hausbesuch auf dem Land therapieren würde. Denn diese Therapieform wird nicht kostendeckend seitens der Kassen vergütet wird. Er zeigte sich sichtlich betroffen.

Einer weiteren Empfehlung seinerseits, Leistungen als Privatzahler anzubieten, konnte ich ebenfalls nicht folgen. Zum Einen wäre dies nicht in vollem Umfang rechtlich erlaubt und zum Anderen würde ich persönlich ihn, wie von ihm angeboten, nicht 30 min lang für 25 Euro behandeln.
Zum Ende des Gespräches wollte er von mir wissen, was er in der Politik für mich als Logopädin erreichen soll. Neben den allgemeinen Punkten Abkopplung der GLS, Aufwertung des Berufstandes, Direktzugang nannte ich ihm den Abbau der Bürokratie.

Zum Abschied überreichte ich ihm die Politikerbroschüre und bedankte mich für seine Zeit. Er empfahl mir, weiterhin auf Politiker direkt zuzugehen.

In diesem Sinne mein Fazit:
Politiker sind auch nur Menschen und müssen aus erster Hand erfahren, was die Wähler für Sorgen haben.
Meine Bitte an alle KollegInnen: Vereinbaren Sie Termine und nutzen Sie Ihre Chance auf die Problem unseres Berufsstandes aufmerksam zu machen!

Kommentarfunktion ist ausgeschaltet.