Mitglieder besuchen Bundestagsabgeordnete

Ursula Spenthof und Barbara Flohr aus Münster besuchten Maria Klein-Schmeink, Bündnis 90/ Die Grünen

Frau Klein-Schmeink ist gesundheitspolitische Sprecherin ihrer Partei. Deshalb baten die beiden Kolleginnen Vorstandsmitglied Diethild Remmert, Vorsitzende für Politik und Lobbyarbeit, um Begleitung bei ihrem Besuch, für den sich die Abgeordnete rund 1 ¼ Stunden Zeit nahm.

Zu Beginn stellten die Münsteranerinnen die LD Info- Broschüre vor. Frau Klein-Schmeink kannte als Gesundheitspolitikerin erfreulicherweise nicht nur alle Störungsbilder, sondern auch die speziellen Probleme unserer Berufsgruppe. Sehr klar formulierte sie den Willen ihrer Partei zum Wegfall der Grundlohnsummenanbindung, um eine Erhöhung des Sockelbetrages zu erreichen. Mit Blick auf den drohenden Ärztemangel, der insbesondere in ländlichen Bereichen bereits angekommen ist, sehen die Grünen auch den Direktzugang der Patienten zu logopädischer Therapie als erforderlich an.

Ein weiteres wichtiges Gesprächsthema war der Bereich Prävention. Unsere Berufsgruppe gehört in den öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD). Sie sollte in die Reihenuntersuchungen, am besten bereits zwei Jahre vor Schulbeginn eingebunden werden, um den Bedarf an Sprachtherapie frühzeitig zu erkennen und eine sogenannte „Förderfalle“ zu verhindern. Insbesondere bei Kindern mit Deutsch als Zweitsprache werden regelmäßig Sprachentwicklungsstörungen verkannt und fälschlicherweise auf den Migrationshintergrund geschoben. Diese Kinder bekommen unspezifische Sprachförderung, die eine Sprachtherapie keinesfalls ersetzt.

Weder Ärzte noch pädagogische Fachkräfte können sicher zwischen einem Sprachförder- und einem Sprachtherapiebedarf differenzieren. Gerade mit Blick auf die Flüchtlingswelle wird die Einbindung von LogopädInnen und SprachtherapeutInnen unbedingt notwendig sein, um die Chancen, die sich im kinderarmen Deutschland durch eine optimale Versorgung bieten, nicht zu verpassen.

Barbara Flohr und Ursula Spenthof war dieser Punkt besonders wichtig, denn Frau Klein-Schmeink kandidiert in Münster als Oberbürgermeisterin. Hier könnte sie auf kommunaler Ebene entsprechend tätig werden, sollte sie die Wahl gewinnen.

Frau Klein-Schmeink bat außerdem um Hinweise zu Absetzungen, um gerade auch in Bezug auf das verabschiedete Versorgungsstrukturgesetz (VSG) und den geplanten Bürokratieabbau ggf. eine „Kleine Anfrage“ im Bundestag zu starten. Sie war eine sachkundige Zuhörerin mit einer klaren Haltung zu den besprochenen Themen, die weitgehend unseren Forderungen entspricht. Zudem gab sie uns Hinweise, wie wir unsere Themen politisch platzieren könnten. Dafür brauchen wir aber zuallererst Politiker, die wissen, was LogopädInnen und SprachtherapeutInnen überhaupt tun!

Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, fordern wir deshalb auf: Besuchen Sie Ihre Bundestagsabgeordneten vor Ort! Sie brauchen keine besonderen Kenntnisse! Berichten Sie einfach über Ihre Situation und nehmen Sie zur Information die eigens dafür erstellte Broschüre mit. Sie können diese kostenlos bestellen. Weitere Hinweise dazu finden Sie hier.

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