Sybille Vogt

Mein Name ist Sybille Vogt.
Seit 13 Jahren bin ich in Frankfurt am Main in eigener logopädischer Praxis tätig. Viele Jahre war meine Tätigkeit als typischer Frauenberuf missachtet und gezielt unterbezahlt. Um ein annähernd angemessenes Auskommen zu erreichen sowie der fordernden Versorgungslage und den anspruchsvollen komplexen Störungsbildern gerecht zu werden, muss ich regelmäßig bis zu 70 Stunden wöchentlich arbeiten. Dies ist auch notwendig, weil unternehmerische Risiken wie z. B. krankheitsbedingte Ausfälle der Patienten in den festgelegten Vergütungen der gesetzlichen Kostenträger nicht abgebildet sind. Solche Risiken müssen momentan durch Überstunden abgepuffert werden anstatt durch eine realistische Kostengestaltung.
Es fallen neben den eigentlichen Therapien auch viele aufwändige Organisationstätigkeiten an, deren Vorhandensein bislang in den Vergütungen nicht berücksichtigt wurde. Besondere Qualifikationen sind zunehmend erforderlich, ohne entsprechend honoriert zu werden.
Die bisherige Vergütungshöhe sorgt nicht nur für ein gesellschaftliches Ungleichgewicht, sondern bedeutet auch einen volkswirtschaftlichen Schaden durch die Kosten entstehender Überlastungserkrankungen und die mangelhafte Absicherung im Rentenalter. Viele KollegInnen werden trotz langjähriger Vollzeittätigkeit ohne staatliche Zuschüsse im Alter nicht auskommen und leben jetzt schon in ständiger Sorge. Dies darf nicht so bleiben.
Ich möchte weiter mit vollem Engagement, aber endlich mit Zeit für ein normales Privatleben und für meine Gesundheit arbeiten. Um diesen Beruf effektiv und erfolgreich ausüben können, ist in Zukunft eine Bezahlung aller tatsächlich anfallenden Arbeiten und die Einbeziehung von Risiken unabdingbar.
Als Mitglied von LOGO Deutschland werde ich nach dem 14.12.2020 über die Vergütungshöhe abstimmen können. Sollte diese unter 90 Euro liegen, sage ich NEIN!

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