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Newsletter

29.04.2020/22.00 Uhr

Mitgliederinformation SARS-CoV-2 (Corona) Nr. 31

 

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

hier unser zweiter Newsletter für heute – immer noch ohne eine Rechtsverordnung aus dem Bundesministerium für Gesundheit.

 

Bayern!

Heute haben etliche Praxen eine „Allgemeine Information für Heilmittelerbringer“, datiert vom 28.04. erhalten. „Ab dem 04. Mai können Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten uneingeschränkt tätig sein“ – es besteht Maskenpflicht. Alle anderen Heilmittelpraxen „dürfen zwar grundsätzlich weiterhin geöffnet sein, aber nur besucht werden, soweit dies medizinisch dringend erforderlich ist.“ Bereits gestern haben wir darüber berichtet und diesbezüglich eine Anfrage an die Staatskanzlei gerichtet, die nicht beantwortet wurde.

Dass Friseure und Fußpflege bereits am 4. Mai öffnen dürfen, ist, freundlich gesagt, nicht nachvollziehbar! Alle Kolleginnen und Kollegen aus Bayern sind aufgerufen, morgen ihre Landtagsabgeordneten anzurufen und diesen das Schreiben weiterzuleiten mit der Frage, warum eine solche, nicht nachvollziehbare und auch nicht begründete Ungleichbehandlung innerhalb der Heilmittel stattfindet und warum Friseure und Fußpflege wichtiger und offenbar weniger gefährlich sind als logopädische Therapie!

Es ändert sich gegenüber der bisherigen Regelung für die Logopädie aber – Stand heute Abend – nichts:  "Medizinisch dringend erforderliche Behandlungen" als Präsenztherapie in der Logopädie bleiben erlaubt.

Wichtig zu wissen: Die Formulierung „medizinisch dringend erforderlich" ist ein unbestimmter Rechtsbegriff und muss ausgelegt werden. Wir legen diesen anders aus als die Staatskanzlei. Es bleibt abzuwarten, ob der Wortlaut in der für morgen angekündigten Allgemeinverfügung so bestehen bleibt. Dennoch haben wir bereits heute eine Anfrage an einen Fachanwalt für Medizinrecht gestellt, wie er ein Eilrechtschutzverfahren einschätzt.

Ihre Aufgabe als Praxisinhaber*in in Bayern: Unbedingt die Dringlichkeitsabschätzung für jede*n in der Praxis behandelte*n Patient*in durchführen und die Entscheidungsfindung nachvollziehbar dokumentieren.

Hessen: Besuche erlaubt

In Hessen dürfen die Bewohner der Altersheime 1x wöchentlich 1 Stunde Besuch von Angehörigen oder Bezugsperson ( eine Person) erhalten. Als Praxisinhaberin sollten Sie dies zum Anlass nehmen, bei der Heimleitung auf die Wiederaufnahme von logopädischer Therapie zu dringen, sofern es noch Widerstand gibt.

Telefonische Krankschreibung erneut verlängert

Bis 18. Mai können die niedergelassenen Ärzte weiterhin Patienten mit leichten Atemwegsinfekten aus den Wartezimmern der Praxis fernhalten und diese nach einem telefonischen Kontakt eine Arbeitsunfähigkeit (AU) bescheinigen. Das teilte der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) heute mit.

Verlängerung der Corona-bedingten Besonderheiten erforderlich

Wir werden die anderen Berufsverbände fragen, ob diese unsere Überlegungen teilen und mit uns versuchen werden, die folgenden Besonderheiten mit dem GKV-Spitzenverband Bund der Krankenkassen zu verhandeln.

- Fortsetzung der Möglichkeit der Teletherapie

- Aussetzen der Fortbildungspunkte

- Mitgliedskassen und die von ihnen beauftragen Abrechnungsdienstleister müssen über die Corona-Empfehlungen informiert und zu deren Umsetzung verpflichtet werden

- Keine Absetzungen, sofern die VO zur Entlastung des Arztes formal korrekt und patientenbezogen geändert und/oder ergänzt und der Arzt darüber informiert wurde, auch wenn die Änderungen Kosten verursachen. Beispiel: Fehlender Hausbesuch bei Patienten, die schon zuvor im HB behandelt werden; Frequenzänderung; Änderung oder Ergänzung der Leitsymptomatik; Änderung oder Ergänzung des Heilmittels, Änderung oder Ergänzung des  Indikationsschlüssel; Beispiel: Falsch SF (Störung der Sprechfunktion) anstelle SP oder ST.

- Teletherapie bei SC 1 und 2: Funktionelle Dysphagietherapie ohne Test- und Übungsschlucken mit Ausnahme des Erstbefundes

- Telefontherapie in Ausnahmefällen (z.B. Technikversagen in der Videotherapie; kein Internetanschluss/fehlendes Netz)

 

Das wars für heute.

Ihre Michaela Brück, Diethild Remmert

und Christiane Sautter-Müller

Symposium

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